Kellerabdichtung von außen: Sicher aber teuer und umständlich
In der Mehrzahl der Fälle in denen Feuchteeinbrüche im Keller auftreten, handelt es sich um undichte Kelleraußenwände. Technisch gesehen ist die sogenannte Vertikalsperre schadhaft. Trockenlegungsverfahren verhindern den Feuchteeintritt bei defekten Vertikalsperren (äußeren Wasser abweisenden Beschichtungen). Das Gebäude muss dazu ganz oder teilweise abgegraben werden und es werden neue Sperrschichten aufgezogen. Ein einfacher Anstrich mit bituminösen Dichtmassen ist dabei meist nicht ausreichend. Gute Abdichtungssysteme bestehen aus mehreren Schichten. Das sind Anstriche, Dämmlagen und Schutz der Dämmlagen gegen mechanische Beschädigungen. Generell ist die äußere Abdichtung eine der besten Methoden, da diese den Wassereintritt in das Gebäude vom Grund her ausschließen und das Mauerwerk trocken gehalten wird. Zu äußeren Abdichtungen gehört es auch, wirkungsvolle Drainagen mit zu installieren, um eine ausreichende Wasserabfuhr zu gewährleisten. Bei sehr viel auf das Gebäude anstehenden Wassermengen kann auch der Bau von Brunnen notwendig werden, um die Wassermassen aufzufangen. Eine gute Planung und gewissenhafte Ausführung der Arbeiten ist unabdingbar. Empfehlenswert ist es, die Arbeiten durch einen neutralen Sachverständigen für Feuchteschutz oder Architekten mit entsprechender Erfahrung begleiten zu lassen. Die Mehrkosten stehen in keinem Verhältnis zu nachträglichen Ausbesserungsarbeiten. Entsprechend geeignete öffentlich bestellte Sachverständige kann die örtliche IHK benennen, die ein Sachverständigenverzeichnis örtlich ansässiger Sachverständiger führt. Die Sachverständigenlisten sind auch im Internet auf den Seiten der örtlichen IHK abzurufen.
Viele Bauherren scheuen das Abgraben der Gebäude, da dadurch auch Gartengestaltungen wieder hergestellt werden müssen. Auch an das Haus angebaute Garagen stellen Hindernisse dar, da oft die Grundplatte der Garagen geöffnet bzw. herausgenommen werden muss, um an das äußere Mauerwerk zu gelangen. Um an die Außenwände zu gelangen, ist dazu häufig der Durchbruch von Garagenplatten oder die Aufnahme von Terrassenflächen durchzuführen. Bei Doppelhäusern ist weiterhin der Zugang zu einer Seite meist unmöglich, so dass der gesamte Baukörper und nicht nur ein Haus abgegraben werden muss. Die Scheu ist aber oft auch unberechtigt, da Innendichtungen auch nicht ohne Dreck und Aufwand in ähnlicher Größenordnung durchzuführen sind. Je nach Aufwand werden für Außenabdichtungen ca. 700 – 1500 Euro pro laufendem Meter Außenwand fällig. Der höhere Preis schließt dabei das Öffnen von (Garagen-) Grundplatten und die Wiederherstellung der Außenanlagen mit ein Die Vor- und Nachteile der Außenabdichtungssysteme sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.
| Vorteile | Nachteile |
| Nachhaltig, da die Benässung der Außenwände zuverlässig unterbunden wird | Kosten häufig nur schlecht abzuschätzen; „Überraschungen während der Ausführung sind möglich |
| Kellerbausubstanz wird wirklich trocken gelegt | Abgrabungen sind häufig schwierig durchzuführen |
Herstellerinformationen: www.remmers.de




