Glykol
G. und G.-bindungen werden heute meist als Lösemittel in wasserbasierten Lacken sowie in lösemittelarmen bzw. lösemittelfreien Teppichklebern verwendet. Dabei erlaubt das Umweltbundesamt, daß in Lacken, die den blauen Engel verliehen bekommen, bis zu 10 % G.-bindungen erhalten sein dürfen. In vielen lösemittelfreien Teppichklebern werden hochsiedende G.-verbindungen mit Siedepunkten oberhalb 200 °C verwendet. Diese Hochsieder müssen nicht als Lösungsmittel deklariert werden und die Produkte dürfen somit als "lösemittelfrei" bezeichnet werden. Aufgrund der den Produkten aufgeschriebenen Angaben wie lösemittelfrei und dem Umweltzeichen "Blauer Engel" gehen vielen Verbrauchen fälschlicherweise davon aus, daß die in Wasserlacken und lösemittelfreien Teppichklebern verwendeten Verbindungen harmlos seien. Dabei stehen sie in Ihrer Toxizität den konventionellen Lösemitteln oft nicht nach.Eine Reihe von G.-verbindungen, insbesondere die Ethylen-Glykolether und ihre Acetate, haben sich im Tierversuch als embryotoxisch und Mißbildungen erzeugend. erwiesen. Darüber hinaus haben sie das Potential, die Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Da sich die giftigen Abbauprodukte dieser Substanzen im Stoffwechsel nach ihrer Aufnahme nur langsam aus dem Körper ausscheiden, kann bei einer lang andauernden Exposition eine Anreicherung im Körper stattfinden. 2-Butoxy-Ethanol – ein in Wasserlacken häufig verwendetes Lösemittel – ist augenreizend und gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berühren mit der Haut. Weiterhin kann es zu Schädigungen im Blutbild kommen und der Stoff steht unter dem Verdacht Leber und Nieren zu schädigen. .Als Quellen für G.-verbindungen (neben den schon erwähnten) kommen Feuchthaltemittel wie z. B. in Tabak, Papier und Gelatine in Frage. Auch Fassaden- und Lackabbeizer sowie die Tinte von Tintenstrahldruckern enthalten oft G.-verbindungen