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Glykolverbindungen

Allgemeines

Glykolverbindungen werden häufig als Lösemittel eingesetzt. Dabei haben sie einige Eigenschaften und Besonderheiten, die sie von den üblichen Lösemittel unterscheiden, weshalb sie auch von diesen getrennt behandelt werden.

Anwendung

Glykole werden heute meist als Lösemittel in wasserbasierten Lacken sowie in lösemittelarmen bzw. lösemittelfreien Teppichklebern verwendet. Dabei erlaubt das Umweltbundesamt, daß in Lacken, die den blauen Engel verliehen bekommen, bis zu 10 % Glykolverbindungen erhalten sein dürfen. In vielen lösemittelfreien Teppichklebern werden hochsiedende Glykolverbindungen mit Siedepunkten oberhalb 200 °C verwendet. Diese Hochsieder müssen nicht als Lösungsmittel deklariert werden und die Produkte dürfen somit als "lösemittelfrei" bezeichnet werden. Aufgrund der den Produkten aufgeschriebenen Angaben wie lösemittelfrei und dem Umweltzeichen "Blauer Engel" gehen vielen Verbrauchen fälschlicherweise davon aus, daß die in Wasserlacken und lösemittelfreien Teppichklebern verwendeten Verbindungen harmlos seien. Dabei stehen sie in Ihrer Toxizität den konventionellen Lösemitteln oft nicht nach.

Glykolverbindungen verdunsten aufgrund ihrer meist gegenüber konventionellen Lösemitteln höheren Siedepunkte nur extrem langsam. Durch Glykolverbindungen vorherrschende Belastungen können dabei über lange Zeiträume von Monaten und Jahren hinweg aus Oberflächen ausgasen und stellen somit eine potentielle Langzeitquelle dar. Die Dämpfe sind dabei schon kurz nach dem Verstreichen in der Raumluft geruchlich nicht mehr wahrzunehmen. Weiterhin sind Glykole leicht mit Wasser mischbar. Das ist für einen Lack, in dem Wasser als Hauptlösemittel enthalten ist, von besonderer Bedeutung, da sich die in den Lacken enthaltenen Bindemittel eigentlich nicht in Wasser lösen. Diese und andere Eigenschaften haben zu einer weitgehenden Substitution der klassischen Lösemittel wie Toluol oder Testbenzin durch Glykolverbindungen geführt. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit, mit der Glykole verdampfen, liegen die Raumluftkonzentrationen beim Verstreichen niedriger als bei Verwendung von konventionellen Lösemitteln. Glykole riechen zudem nur schwach und anders als beispielsweise Toluol. Auch die wenigen existierenden Grenzwerte für Glykole liegen so hoch, daß eine Kennzeichnungspflicht für Produkte von deren Herstellern leicht zu umgehen ist.

Wirkungen

Eine Reihe von Glykolverbindungen, insbesondere die Ethylen-Glykolether und ihre Acetate, haben sich im Tierversuch als embryotoxisch und Mißbildungen erzeugend. erwiesen. Darüber hinaus haben sie das Potential, die Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Da sich die giftigen Abbauprodukte dieser Substanzen im Stoffwechsel nach ihrer Aufnahme nur langsam aus dem Körper ausscheiden, kann bei einer lang andauernden Exposition eine Anreicherung im Körper stattfinden. 2-Butoxy-Ethanol - ein in Wasserlacken häufig verwendetes Lösemittel - ist augenreizend und gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berühren mit der Haut. Weiterhin kann es zu Schädigungen im Blutbild kommen und der Stoff steht unter dem Verdacht Leber und Nieren zu schädigen. Für andere Glykolverbindungen ist die Datenlage zur Beurteilung teilweise unzureichend. Trotzdem empfiehlt sich aus Vorsorgegesichtspunkten ein eingeschränkter Umgang mit den Glykolverbindungen.

Ein potentiell weiteres Problem, welches durch die Verwendung von Glykolverbindungen als Lösemittel auftreten kann, sind sogenannte Sekundärkontaminationen. Diese entstehen, wenn relative schwerflüchtige Substanzen über lange Zeit hinweg die Raumluft belasten und sich langsam auf ursprünglich unbelasteten Oberflächen wie Wände und Fußböden oder in Textilien niederschlagen. Bekannt sind solche Sekundärkontaminationen aus Häusern, in denen Oberflächen mit Holzschutzmitteln oder PCB -haltigen Mitteln behandelt wurden. Auch von Weichmachern und Flammschutzmitteln sind derartige Sekundärkontaminationen bekannt. Die Verringerung einer Raumluftbelastung bei Sekundärkontaminationen gestaltet sich in der Regel schwierig. Selbst das vollständige Entfernen der behandelten Gegenstände und Oberflächen führt oft nicht zu dem gewünschten Erfolg.

Quellen in Innenräumen

Als Quellen für Glykolverbindungen (neben den schon erwähnten Lösemitteln in Wasserlacken und lösemittelfreien bzw. lösemittelarmen Bodenbelagsklebern) kommen Feuchthaltemittel wie z. B. in Tabak, Papier und Gelatine in Frage. Auch Fassaden- und Lackabbeizer sowie die Tinte von Tintenstrahldruckern enthalten oft Glykolverbindungen.

Nachweisverfahren

Der Nachweis von Glykolverbindungen erfolgt durch eine Raumluftanalyse, indem ca. 100-150 Liter Luft über ca. 1 Stunde angesaugt werden und danach auf Glykole analysiert werden. biomess setzt zur Analyse von Glykolverbindungen ein Untersuchungsprogramm von über 20 verschiedenen Verbindungen ein. Daneben könne Glykolverbindungen auch im Material untersucht werden.

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