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Quecksilber

Quecksilber (chem. Zeichen Hg) ist ein silberglänzendes, flüssiges Element. Quecksilber dehnt sich bei Wärme stark aus und hat einen hohen Dampfdruck, d.h. es verdampft bereits bei Zimmertemperatur. Metallisches Quecksilber wird in Thermometern, Manometern, Quecksilberdampflampen, Kleinstbatterien und in der Metallgewinnung verwendet. Organische und anorganische Quecksilberverbindungen werden als Fungizide und Insektizide, als Saat- und Holzbeizen eingesetzt. Die geschätzte Menge, die in den Handel gelangt wird auf etwa 250t pro Jahr geschätzt.

Quecksilber gelangt durch natürliche (z.B.vulkanische Aktivitäten) und auch durch industrielle Prozesse in die Umwelt (z. B. Verbrennung von Kohle, Heizöl, Müll und industriellen Verbrauch). In der Humanmedizin sind quecksilberhaltige Desinfektionsmittel in der Zwischenzeit überflüssig geworden, da es ungiftigere und besser wirksame Desinfektionsmittel gibt.

Aus anorganischen Quecksilberverbindungen kann in verunreinigten Gewässern durch Mikroorganismen das giftigere Methyl-Quecksilber gebildet werden. Organische Quecksilberverbindungen werden deshalb in Wasserorganismen (z. B. Fischen) angereichert und gelangen auf diese Weise in die menschliche Nahrung. Fischfressende Vogel- und Säugetierarten können dadurch in besonderem Maße gefährdet sein. Das Einleiten quecksilberhaltiger Abwässer ist nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig. Anorganische und organische Quecksilberverbindungen können vom Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden und sich im Körper anreichern. Vergiftungen äußern sich in Nerven- und Nierenschäden. Die folgenden Höchstwerte hat die Weltgesundheitsbehörde WHO für Quecksilber festgesetzt:

  • max. tägliche Höchstmenge 0,1mg Methyl-Quecksilber
  • in Fisch 0,5mg/kg
  • max. Höchstgehalt in anderen Lebensmitteln 0,05mg/kg.

Die Gefahrstoffverordnung verbietet aus Gründen des Arbeits- und Umweltschutzes das Inverkehrbringen und Verwenden von Quecksilberverbindungen in Antifoulingfarben zur Schiffsrumpfbeschichtung, in Holzschutzanwendungen, zur Imprägnierung schwerer industrieller Textilien und zur Wasseraufbereitung. Quecksilberhaltige Kosmetika (Sommersprossensalben) werden kaum noch hergestellt und vertrieben.

Eine wichtige Anwendung ist der Gebrauch von Quecksilber in Amalgam - Legierungen zur Zahnbehandlung. Je nach Zahl, Qualität und Größe der Zahnfüllungen kann davon ausgegangen werden, dass Amalgamträger aus dieser Quelle etwa 2,5 bis 17,5 µg Quecksilber pro Tag aufnehmen.

Der Normalbürger (nicht beruflich belastet) nimmt in den USA ca. 5 µg, in Schweden 10 µg und in Deutschland 8 bis 27 µg Quecksilber pro Tag auf. Mehr als die Hälfte stammt dabei aus dem Verzehr von Fisch- und Fischprodukten.

Flüssiges metallisches Quecksilber wird von der Haut und den Schleimhäuten nicht in nennenswertem Umfang aufgenommen. In dampfförmigem Aggregatzustand wird jedoch Quecksilber über die Atemwege schnell und vollständig aufgenommen. Dabei kann das Quecksilber über das Blut bis in das Gehirn und über die Plazenta zu Ungeborenen gelangen. Ob Quecksilber aus Amalgamfüllungen der Mutter in nennenswerter Menge auf das Ungeborene übertragen wird, wird derzeit untersucht. Es wird aber in den Nieren und in der Leber angereichert.

Organische Quecksilberverbindungen werden zu 95 % im Magen-Darmtrakt aufgenommen und im Fettgewebe und Gehirn gespeichert. Die biologische Halbwertzeit hängt von der Art der Quecksilberverbindung ab: Für elementares Quecksilber beträgt sie etwa 60 Tage, für anorganisches etwa 40 Tage und für organische Quecksilberverbindungen mehrere (1 - 18) Jahre. Durch Komplexbildner wie z.B. DMPS wird vermutlich vorwiegend das in den Nieren und in der Leber gespeicherte Quecksilber wieder mobilisiert und ausgeschieden.

Beim Kind führt die chronische Aufnahme zur Feer'schen Krankheit. Beim Erwachsenen spricht man bei ähnlichen Erscheinungen auch von Mikromerkurialismus. Offensichtlich ist der Organismus (insbesondere das Gehirn) bei Kleinkindern empfindlicher gegenüber relativ geringen Quecksilbermengen als das bei Erwachsenen der Fall ist. Das Krankheitsbild zeigt die Verweigerung von Gehen, Stehen und Sitzen, unlustiges, mürrisches, jämmerliches Verhalten, Apathie, Muskel- und Gliederschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsabnahme, nächtliche Schlafstörungen, tagsüber starke Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, ausgeprägter Juckreiz, Blutdruckerhöhung, Lichtscheu, Rötungen (Pink Disease) an der Nase und an Händen und Füßen und stecknadelkopfgroße Papeln. Bei Erwachsenen kommt es zudem zu Hörstörungen und Zittern (Tremor). Ähnliche wie die oben aufgezählten Veränderungen führen zu einem psychiatrischen, die Patienten sehr quälenden Krankheitsbild. Früher galten beruflich exponierte Menschen, etwa die Hutmacher, die mit quecksilbergebeizten Fellen und Filz arbeiteten, allgemein als verrückt (Mad Hatter aus Alice in the Wonderland).

Quecksilber ist somit ein allgegenwärtiges (ubiquitäres) Umweltgift. Normalerweise wird Quecksilber vorwiegend über die Nahrung (hauptsächlich durch Fisch) aufgenommen. Bis zur Hälfte der täglichen Aufnahme kann es bei Menschen mit vielen Zahnplomben, vor allem mit alten und mit schlecht unterfütterten Zahnfüllungen, aus Quecksilberamalgam stammen. Dabei werden aber - wie auch bei der Aufnahme über Nahrungsmittel - krankmachende (pathogene) Konzentrationen nicht erreicht

Sehr selten ist eine Quecksilberallergie. Diese muss vor einer solchen Diagnosestellung durch entsprechende allergologische Untersuchungsverfahren abgesichert werden. Bei der Vielzahl der möglichen Symptome sollte häufiger an eine Quecksilbervergiftung gedacht werden, insbesondere dann, wenn verschiedene Symptome gemeinsam vorkommen (z. B. Hautveränderungen und psychische Auffälligkeiten). Wird dann eine erhöhte Belastung nachgewiesen, dann wird sorgfältig nach den Quellen gesucht werden müssen und die Suche darf sich keineswegs allein auf den Zahnstatus beschränken.

Weitere Informationen zum Thema: Quecksilberbelastung aus Amalgamfüllungen

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