Moschusxylol
Moschus- Xylol (chemisch: 1-tert.-Butyl-3,5-dimethyl-2,4,6-trinitrobenzol) ist eine Nitrobenzolverbindung, die ähnlich wie natürliches Moschus riecht. Moschus-Xylol und verwandte Stoffe, wie Moschus Keton und Moschus Ambrette werden u.a. als Duftkomponente in Waschmitteln, Weichspülern und Kosmetika verwendet. Es ist beständig, baut sich nur langsam ab, bindet sich gut an Fette an und reichert sich deshalb in der Nahrungskette an. Moschus- Xylol kann über die Haut durch Anwendung von Kosmetika und durch Rückstände von Waschmitteln und Weichspülern in der Kleidung, sowie über die Nahrung aus Nahrungsmittel (zum Beispiel Fisch) aufgenommen werden. Untersuchungsbefunde liegen von Frauenmilch und Humanfett vor. Dabei wurden Mengen von etwa 20-200 µg/kg in Frauenmilchfett nachgewiesen (Deutsche Lebensmittel Rundschau 89,1993, 103).
Moschus- Xylol hat eine nur geringe akute und subchronische Toxizität. Bedenklich ist, dass Kanzerogenitätstests mit Mäusen positiv ausfielen. Moschus Ambrette verursacht Photoallergien. Diese eigenschaft und die hohe Beständigkeit haben den Stoff in die umweltmedizinische Diskussion gebracht.
Gesetzliche Regelungen existieren bislang nur in Ansätzen. Bisher gibt es nur einen Eingreifwert der Bund-Länder- Kommission von 10 µg/kg für Fische. Ein Wert für eine zulässige Höchstmenge wird voraussichtlich festgelegt, wenn weiteres Datenmaterial vorliegt.
Aufgrund der Anreicherung in der Nahrungskette sollte die Anwendung der Substanz möglichst eingeschränkt werden. Da ein Eingreifwert nicht die juristische Bedeutung einer zulässigen Höchstmenge besitzt, besteht z. Zt. ein regulatorischer Handlungsbedarf.
Mehr zu Duft- und Aromastoffen in Innenräumen (Mitteilungen des Robert-Koch-Institutes)




