Prävention von Schimmelbefall
Um einen Schimmelpilzbefall in Innenräumen zu vermeiden, können die im folgenden aufgeführten vorbeugenden Maßnahmen effektiv und hilfreich sein:
- Neubauten vor dem Bezug austrocknen lassen.
- In der kalten und feuchten Jahreszeit sollten auch weniger genutzte Räume nicht ganz auskühlen.
- Optimierung der Lüftungsgewohnheiten (hygienische Querlüftung). Ein wiederholtes Stoßlüften (etwa viermal täglich für 10–15 Minuten) mit weiter Öffnung der Fenster und Türen bei ausgestellter Heizung ist der ständigen Spaltlüftung vorzuziehen, da hierbei die Innenraumluft vollständig ausgetauscht wird.
- Einrichtungsgegenstände nicht direkt an die Wände stellen, sondern Abstand für die Luftzirkulation lassen.
- Baumängel beheben (defekte Rohrleitungen, Mauerrisse, Außenputzschäden, Undichtigkeiten von Dächern, vor allem von Flachdächern)
- Durch Luftbefeuchter an Heizkörpern und durch Zimmerspringbrunnen entsteht zusätzliche Feuchtigkeit und unter Umständen ein Eintrag von Keimen in die Raumluft. Deshalb: Keine Luftbefeuchter dauernd benutzen, es sei denn, die Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig und ein Ausgleich durch zeitweiligen Betrieb ist sinnvoll.
- Räume bei Nichtnutzung nicht völlig auskühlen lassen. Schlafzimmer auf tagsüber beheizen
- In Feuchträumen und Küchen Dunstabzug mit Außenanschluss installieren.
- Abfalleimer, insbesondere aber Sammelbehälter für Bio- und Restmüllabfälle, häufig entleeren und reinigen (Schimmelpilzallergiker sollten den Behälter nicht selbst reinigen).
- Nach dem Duschen oder Baden das Badezimmer ausreichend lüften.
- Nach dem Kochen lüften.
- Die relative Luftfeuchte sollte nicht mehr als 55% und die Raumtemperatur nicht unter 19° C betragen.
- Feuchte Schuhe, Kleider, Ledersachen oder ähnliches nicht in Schränken lagern.
- Keine dichten, raumhohen Vorhänge in Fenster- und Eckbereichen (Wärmebrücken) beziehungsweise in Bereichen mit unzureichender Luftzirkulation verwenden.
- Bäder sollten möglichst mit Fensterlüftung ausgestattet sein oder einen ausreichend dimensionierten Ventilator mit Nachlauffunktion besitzen.
- Bei Renovierungsarbeiten Materialien auswählen, die als Feuchtepuffer dienen können. So ist beispielsweise das Speichervermögen eines offenporigen Kalkputzes gegenüber Feuchte wesentlich größer als das von Dispersionsanstrichen.
- Spritzwasser auf Fliesen, Wänden und Böden entfernen
- Keine bzw. nur kurzfristige Lagerung von Biomüll bzw. dem „gelben Sack“
- Bei Tierhaltung ist die Spreu regelmäßig zu wechseln
- Blumenerde enthält bei schlechtem Pflegezustand der Pflanzen oft erhöhte Mengen an Schimmel. Dadurch können Pilzsporen in Innenräume eingebracht werden
- Klima- und Lüftungsanlagen müssen regelmäßig gewartet und einer 2-3-jährigen Hygieneinspektion (siehe auch VDI6022) unterzogen werden. Die Zugabe von Bioziden zum Befeuchterwasser sollte aber grundsätzlich nicht erfolgen. Die Keimfreiheit muss durch andere geeignete Maßnahmen herbeigeführt werden.




